Im Herbst das abgeerntete Gemüsebeet kalken

Im Herbst das abgeerntete Gemüsebeet kalkenIm Herbst das abgeerntete Gemüsebeet kalkenJetzt, nachdem das Gemüse abgeerntet worden ist, ist die richtige Zeit, den Boden zu kalken und für das kommende Jahr vorzubereiten. Es reicht allerdings, wenn man nur jedes 2.Jahr kalkt. Zunächst sollte man aber prüfen, ob überhaupt Kalkmangel im Boden herrscht. Erste Hinweise auf Kalkmangel im Boden können einige Unkräuter darauf geben. Kommen auf dem Boden immer wieder Ackerschachtelhalm, Sternmiere oder Sauerampfer hoch, dann wird es Zeit, eine Bodenanalyse vornehmen zu lassen. Zunächst wird die Bodenreaktion als pH-Wert gemessen. Ein pH-Bereich zwischen 6,5 und 7,3 gilt als neutral, ein pH-Wert zwischen 4,6 und 6,7 als schwach sauer und bei einem pH-Wert unter 4,6 ist der Boden stark versauert. Ein pH-Bereich zwischen 7,4 und 8,0 gilt als schwach alkalisch, ab pH 8,0 als stärker alkalisch.

Für leichte Böden strebt man einen leicht sauren Bereich zwischen 5,0 und 6,0 an, bei schweren Böden sollte der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 liegen, also annähernd neutral reagieren. Können diese Zielgrößen eingehalten werden, dann sind die Voraussetzungen geschaffen für eine optimale Verfügbarkeit und Aufnahme der Pflanzennährstoffe.

Die meisten Kohlsorten, sowie Möhren und Rüben, Sellerie und Zwiebeln brauchen einen neutralen Boden. Bohnen, Erbsen, Gurken, Kürbis, Rhabarber, Tomaten, Rosenkohl und Salate vertragen schwach saure ebenso gut wie neutrale Böden. Enthält die Anbaufläche wenigstens 0,3% an Kohlensaurem Kalk (Calciumcarbonat), dann kann es nicht zu einer starken Versauerung des Bodens kommen.

Wie bereits erwähnt, ist eine Kalkdüngung nur alle 2 Jahre notwendig, und zwar erst dann, wenn das Gemüsebeet vollständig abgeerntet ist. Dazu werden etwa 150g Kalk pro qm in den Boden eingearbeitet und zwar über die gesamte Fläche verteilt und nicht nur in der Furche, wo später das Gemüse angepflanzt wird. Für leichte Böden wird Kohlensaurer Kalk (CaCO3 = Calciumcarbonat) verwendet. Dieser hat eine nachhaltige Wirkung und puffert den Boden gut ab. Bei schweren Böden greift man zur Kalkung auf den schneller wirkenden Ätz- oder Branntkalk zurück (CaO = Calciumoxid). Beim Umgang mit diesem ungelöschten Kalk ist Vorsicht angebracht. In Verbindung mit Wasser, also auch im feuchten Boden, entwickelt der Kalk eine hohe Wärme. Deshalb sollte man Ätzkalk nicht in geschlossenen Räumen lagern, sondern nur im freien oder besser sofort in den Boden einarbeiten. Stattdessen kann man aber auch Löschkalk nehmen (Ca(OH)2), der die Reaktion mit Wasser bereits hinter sich hat und damit sich gefahrloser verwenden lässt.

Der Kalk darf nicht mit Stalldünger, tierischem Mist oder Gülle in Kontakt kommen, da der Kalk den im tierischen Dünger enthaltenen Stickstoff austreiben würde. Daher man versorgt man den Boden mit Kalk im ersten Jahr mit Kalk, im zweiten Jahr wird dann mit Stalldünger ausgestreut und auf eine Kalkung des Bodens verzichtet, im dritten Jahr wird dann wieder gekalkt ohne Stalldünger usw.

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