Auch mediterrane Kräuter leiden im Sommer

Auch mediterrane Kräuter leiden im SommerAuch mediterrane Kräuter leiden im SommerMan sollte eigentlich davon ausgehen, dass Kräuter, deren ursprüngliche Heimat im Mittelmeergebiet liegt, sich bei diesem auch bei uns extrem heißen Sommer besonders wohl fühlen müssten. Doch auch mediterrane Kräuter leiden in diesem Sommer. So ist die Enttäuschung groß, wenn Rosmarin und Griechischer Salbei, die man jahrelang durch kalte Winter unbeschadet gebracht hat und die als Küchenwürze und Heilkraut wertvolle Dienste geleistet haben, plötzlich schlapp machen und eingehen. Häufig ist aber nicht die Hitze das Problem, sondern die Vorschädigung und Schwächung der Kräuter durch falsche Standortwahl, Bodenverhältnisse, Überdüngung, zu reichliches oder zu geringes Wässern. Dann machen sich Bakterien oder Pilzbefall auf den Pflanzen breit und saugende Insekten und Spinnmilben geben ihnen dann den Rest.

Pfefferminz braucht zwar viel Sonne, muss aber auch ausreichend feucht gehalten werden. Sonst kann sich Rostpilz auf den Blättern ansiedeln. Den Pilzbefall erkennt man an den blasig aufgetriebenen und geschwollenen Triebe und an den orangefarbenen, pustelförmigen Sporenträgern  auf den Blättern und Stängeln. Da der Rostpilz sein Besiedlungsreservoir im Erdreich hat, ist es wichtig von Jahr zu Jahr den Platz zu wechseln, an dem man den Pfefferminz aussät oder anpflanzt. Außerdem kann man Pilzbefall vorbeugen, im man die jungen Pfefferminzpflänzchen mit einer Brühe aus Adler- oder Wurmfarn gießt. Das kompensiert auch Kaliummangel – eine weitere mögliche Ursache für Pilzbefall von Pfefferminz. Diese Brühe setzt man im Verhältnis 1:10 an; man gibt 1 Liter Wasser auf 100g frisches Farnkraut. Am besten eignet sich frisches Regenwasser. Diesen Ansatz lässt man 1 Tag lang stehen. Dann wird die Brühe aufgekocht und eine halbe Stunde lang sieden gelassen. Schließlich lässt man die Brühe abkühlen und siebt die Pflanzenreste heraus. Sicherlich, ziemlich viel Aufwand, aber die Mühe lohnt sich. Und schließlich ist die Brühe ja auch gegen andere Pilzkrankheiten im Obst- und Gemüsekrankrankheiten im heimischen Garten anwendbar. Ähnlich verfährt man beim Ansetzen von Rainfarn-Brühe. Hier sollte allerdings das Verhältnis von frischem Rainfarnkraut zu Wasser bei etwa 3:100, bei getrocknetem Rainfarnkraut bei 3:1000 liegen. Die Rainfarn-Brühe lässt sich – unverdünnt gesprüht- gegen Blattläuse und Spinnmilben einsetzen. Pfefferminz sollte man entweder gar nicht düngen oder nur mit einem Stickstoff reduzierten, aber Kalium-betonten Dünger versorgen. Befallene Triebe muss man herausschneiden und entsorgen – aber nicht im Biokomposter oder auf dem Komposthaufen! Gesunde Triebe lässt man stehen, bis sich die Pflanze wieder geholt hat und eine dichte Staude bildet. Meist macht man ja den Fehler, gesunde Pflanzenteile weiter zu ernten und die befallene Triebe und Blätter stehen zu lassen. Zur Vorbeugung kann man auch mit einem Pflanzenstärkungsmittel wie Celaflor® Naturen® Pilzspritzmittel gießen. Beim Gießen wird es von den Pflanzenwurzeln aufgenommen.  Das Mittel kann unbedenklich angewendet werden, da seine natürlichen Wirkstoffe Extrakte aus Braunalgen und Knotentang Ascophyllum nodosum sind.

Als ausgesprochener Schönwetterpilz mach sie der Echte Mehltau an heißen, trockenen Sommertagen auch auf breitblättrigen Salbei-Sorten durch einen mehlig-weißen Belag bemerkbar. Was soll man tun, um den seit vielen Jahren gehegten Salbei-Strauch zu retten? Mit Adlerfarn- oder Rainfarnbrühe gießen, das hilft auch gegen Mehltaubefall oder auch mit Ackeschachtelhalm-Brühe. Dazu setzt das frische Kraut im Verhältnis 1:10 auf Wasser wie für die Herstellung von Pflanzenbrühen beschrieben, an.Die Brühe wird dann morgens , aber bei voller Sonne, auf die befallenen Blätter und den Boden rund um die Pflanze gespritzt. Vorbeugen kann man dem Mehltaubefall, indem man die Pflanzen mit weitem Abstand zueinander und an einer windoffenen Stelle setzt. Oft sind vor allem Salbei und andere Kräuter gefährdet, die in gedüngter Blumenerde stehen. Mediterrane Kräuter brauchen ein durchlässigen, mageren Boden. Gießt man Salbei, dann immer nur im Wurzelbereich, nie auf die Blätter. Bei zu feuchtem Milieu kann sich nämlich auch der Falsche Mehltau auf der Blattunterseite ansiedeln. Kranke Trieb muss man entfernen, gesunde eine Weile stehen lassen, bis der Salbei wieder genügend Triebe und Blattwerk entwickelt hat.

Basilikum-Arten, besonders die mit breiten, „dünnhäutigen“ Blättern, müssen im Sommer feucht gehalten werden. Aber immer nur den Wurzelbereich gießen, nie auf die Blätter spitzen. Sonst kann sich die Blattfleckenkrankheit auf den Blättern ausbreiten. Die Blattfleckenkrankheit wird durch verschiedene Pilzarten verursacht. Auf den befallenen Blättern bilden sich braunrote oder gelbliche Flecken, in deren Mitte der eigentliche Fruchtkörper des Pilzes sitzt. Die einzelnen Flecken können bei starkem Befall miteinander verschmelzen.  Auch eine bakterielle Blattfleckenkrankheit kann die Basilikum-Blätter befallen. Betroffene Blätter verbräunen und fallen ab. Häufig sind schon die Samen infiziert. Daher sollte man ausschließlich zertifiziertes, garantiert keimfreies Saatgut verwenden. Da sich die Bakterien im Boden halten können, sollte man jährlich den Platz wechseln, an dem Basilikum ausgesät werden soll. Stirbt das ganze Basilikum-Pflänzchen ab, so kann Stängelgrundfäule oder die Umfallkrankheit als Ursachen in Frage kommen. Dann sollte man weniger gießen, die Pflänzchen in ausreichender Distanz zueinander setzen und die Erde auflockern. Häufig sind von diesen Pilz- und Bakterienkrankheiten betroffenen pflanzen bereits durch die Saugtätigkeit von Blatttläusen und Spinnmilben vorgeschädigt.

Lavendel-Sträucher vertragen auch längere Hitze- und Trockenperioden. Auch dann braucht man sie nicht regelmäßig gießen – und das macht sie wenig anfällig gegen über Pflanzenkrankheiten. In den Sommermonaten sieht man aber  mitunter weiße Schaumhäufchen zwischen den nadelförmigen Blätter – Kuckucksspeichel genannt. Hier hat aber nicht der Kuckuck in den Lavendel gespuckt, Schaumzikaden sind die Urheber. Ihre kleinen rosa- oder grünlichen gefärbten Larven entwickeln sich im Schutz dieser Schaumbläschen.  Die Larven stechen die Leitbahnen der pflanze an und saugen den Pflanzensaft in den Leitungsbahnen. Bei starkem Befall kann das den Lavendelstrauch soweit schädigen, dass er abstirbt. Die Schaumhäufchen lassen sich aber recht wirksam mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen.

Die Herkunft des Schnittlauchs ist nicht völlig klar. Vermutlich stammen aber auch die Allium-Arten aus dem Mittelmeergebiet, auch wenn er in vielen Regionen verwildert ist und bis in höhere Gebirgslagen vorkommt. Schnittlauch braucht einen feuchten Boden; bei anhaltender Trockenheit muss er regelmäßig gewässert werden. Das macht ihn natürlich für Pilzbefall.  Zu den häufigsten durch Pilze verursachten Schadensbilder zählt die sogenannte  Schmutzfleckenkrankheit, die sich im feucht-heißen Mikroklima rasch ausbreitet. An der Basis der Schnittlauchpflanzen knapp über dem Wurzelhals sind zunächst  schwarze Flecken zu sehen.  Dann sterben oberhalb davon die einzelnen Schnittlauchröhrchen ab und vertrocknen. Um eine Ausbreitung auf Nachbarpflanzen zu unterbinden, kann man mit Ackerschachtelhalm-, Brennnessel- und Rainfarnbrühe oder einem Zwiebel-Sud gießen. Wichtig ist auch hier, nie auf die Blätter, sondern immer nur im Wurzelbereich zu gießen.

Rosmarin stellt im Gegensatz zu anderen mediterranen Gewürzpflanzen, die auf mageren, ungedüngten Untergrund gedeihen, höhere Ansprüche an die Bodenqualität. Der Borden muss nährstoffreich sein und sollte bei anhaltender Trockenheit gewässert werden, sonst vertrocknet die Rosmarin-Pflanze. Bereits im Frühsommer droht Blattlausbefall. Die Blattläuse scheiden Honigtau aus, der auf die darunter liegenden Blättchen und Triebe tropft und den Nährboden für unschönen, schwarzen Rußtaubefall liefert. Sind die Blätter dagegen silbrig-weiß gesprenkelt, ist dies ein sicherer Hinwies, dass hier Spinnmilben am Werk sind.  Auch Weiße Fliegen, eigentlich eine Schildausart und keine Fliege, machen dem Rosmarin zu schaffen. Schüttelt man die Zweige, dann fliegen die geflügelten, weißen Imagines dieser Schildläuse auf.

Ausführliche Angaben zu vielen der genannten Pflanzenkrankheiten und ihren Bekämpfungsmöglichkeiten findet man im Pflanzenschutzlexikon.

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