Bauernregeln auf der Basis von Tierbeobachtungen

Januar
Wirft der Maulwurf im Januar,
dauert der Winter bis Mai sogar. 

Tanzen im Januar die Mucken, muss der Bauer nach dem Futter gucken.

Pauli Bekehr (25.Januar), Gans gib’ dein Ei her.

Im Jänner kannst du schon die Bienenstöcke setzen, soll Honig und Wachs dich mit reicher Frucht ergötzen.

Im Januar sieht man lieber den Wolf, als den Bauer ohne Jacke.

Tanzen im Januar die Mücken, muss der Bauer nach dem Futter gucken.

Februar
Sonnt
sich der Dachs in der Lichtmesswoch, eilt auf 4 Wochen er wieder ins
Loch. (Gemeint ist Mariä Lichtmess = 2.Februar). Und so ähnlich. Sonnt
die Katze sich im Februar, friert sie im März.

Solange die Lerche an Lichtmess singt, so lange sie nachher weder singt noch schwingt.

Singt die Amsel im Februar, bekommen wir ein teures Jahr.

Nach Matthias geht kein Fuchs mehr übers Eis.

Die weiße Gans im Februar, brütet Segen fürs ganze Jahr.

Mücken, die im Februar summen, gar oft lange Zeit verstummen.

Wenn die Februarsonne den Dachs nicht weckt, schläft er im April noch fest.

März
Märzen-Ferkel, Märzen-Fohlen,
alle Bauern haben wollen.

Mit ihren Herden wieder hin, ziehen die Schäfer an Fridolin.

Wirft der Hirsch erst spät sein Geweih, lauert er, dass es im Märzen noch schneit.

Amsel zeitig, Bauer freu’ sich.

Im Märzen früher Vogelsang macht den Winter lang.

Es führt St.Gertraud (17.März) die Kuh zum Kraut,
die Ross zum Pflug, die Bienen zum Flug.

Am Gertrudentag (17.März) läuft die Maus am Spinnrocken hinauf und beißt den Faden ab.

Maulwurfshaufen im März zerstreut,
lohnt sich wohl zur Erntezeit.

Maria
Verkündigung kommen die Schwalben wiederum. Mariä Verkündigung wäre der
25.März; das dürfte für die Rückkehr der Schwalben aber wohl doch noch
etwas zu früh sein; die Schwalben kommen normalerweise erst Ende April
(s. Regeln im April).

Soviel Tage vor Marien (25.März) die
Frösche schreien, so viel müssen sie nachher schweigen. Stimmt,
spätestens beim ersten Spätfrost Ende März kommt das böse Erwachen.

Gibt’s im Frühjahr viele Frösche, so geraten die Erbsen.

Lerchen (und Rosen) bringen des Frühlings Kosen.

Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.

April

Hasen, die springen, Lerchen, die singen, werden sicher den Frühling bringen.

Grasmücken, die fleißig singen, wollen uns den Frühling bringen.

Siehst
Du im April die Falter tanzen, magst du getrost im Gartenpflanzen.
Andererseits: Wenn im April die Falter fliegen, bleiben die meisten im
Schmutze liegen.

Bauen im April die Schwalben,
gibt’s viel Futter, Korn und Kalben.
Wenn
die Hausschwalben bei uns Ende April eintreffen und mit dem Nestbau
beginnen, so ist in der Regel wirklich ein warmes Frühjahresende und ein
guter Sommer zu erwarten.

Kommt die Weihe gezogen, so ist der Winter verflogen.

Krähen die Hähne außer der Zeit, mach auf Regen dich bereit.

Gedeiht die Schnecke und die Nessel, füllen sich Speicher und Fässel.

Mai

Ein kalter Mai tötet das Ungeziefer und verspricht eine gute Ernte.

Wenn im Mai die Wachteln schlagen, läuten sie von Regentagen.

Steigt die Lerche nur stumm und nicht hoch, kommt ein nasser Frühling noch.

Im Frühjahr Spinnweben auf dem Feld gitb einen schwülen Sommer.

Maienkäferjahr ein gutes Jahr.

Ein Bienenschwarm im Mai
ist wert ein Fuder Heu;
Aber ein Schwarm im Juni
lohnt kaum die Müh’.
Aber: kommen die Bienen nicht heraus, ist’s mit dem schönen Wetter aus.

Wer seine Schafe schert vor Servaz (St.Servatius = 13.Mai), dem ist die Woll’ lieber als das Schaf.

Juni

Fliegen die Fledermäuse abends umher, kommt anhaltend schönes Wetter daher.

Fliegt der Kiebitz tief und die Schwalbe hoch, bleibt das trock’ne Wetter noch.

Srpingende Fische bringen Gewitterfrische.

Wenn der Kuckuck nach Johanni (also nach dem 24.Juni) schreit, ruft er Misswachs und teure Zeit.

Juli

Wer nicht geht mit dem Rechen,
wenn die Fliegen und Bremsen stechen,
muss im Winter gehen mit dem Strohseil
und
fragen „Wer hat Heu feil?“. Wohl wahr, im Hochsommer muss das Heu
geerntet und eingefahren werde, sonst fehlt’s dem Vieh im Winter und
Viehfutter muss zugekauft werden.

Schnappt im Juli das Weidevieh nach Luft, riecht es nach Gewitterduft.

Wenn der Kuckuck um Jacobi (25.Juli) schreit, das wird eine teure Zeit.

Werfen die Ameisen auf am Annentag (26.Juli) ein strenger Winter folgen mag.

Wenn die Schwalben Ende Juli schon ziehen, sie vor baldiger Kälte fliehen.

August

Wenn der Kuckuck im August noch schreit, gibt’s im Winter teure Zeit.

Wenn’s im August ohne Regen abgeht, das Pferd mager vor der Krippe steht.

Regnet’s am St.Laurenz-Tag , gibt es große Mäuseplag.

Wenn St.Rochus trüeb schaut, kommt die Rauep isn kraut.

Wenn im August viele Goldkäger laufen, braucht der Wirt den Wein nicht zu taufen.

September
Mariä’ Geburt (8.September) ziehen die Schwalben furt. – Blieben sie aber da, ist der Winter noch nicht nah.

St.Gorgon (9.September) bringt die Lerchen davon.

Sind im September noch viele Fliegen an der Wand, so hält die Sonne dem Froste stand.

Wenn im September viel Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.

Wenn die Zugvögel nicht vor Michaelstag (29.September) wegziehen, so deutet das auf gelindes Wetter, wenigstens bis Weihnachten.

Oktober
Ist
der Oktober kalt, so macht er fürs nächste Jahr dem Raupenfraß halt.
Oder ähnlich: Ein kalter Oktober den Bauern freut, bringt den bösen
Raupen Leid.

Mit St.Hedwig (17.Oktober) und St.Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.

Trägt der Hase jetzt noch sein Sommerkleid, ist der Winter wohl noch weit.

Wenn die Wildgänse unsere Gegend fliehen, wird der Winter schnell heranziehen.

Scharren die Mäuse tief sich ein, wird’s ein harter Winter sein; und viel härter noch, bauen die Ameisen hoch.

Durch Oktobermücken lass dich nicht bedrücken. Denn: Am Tag von St.Crispin sind die Fliegen hin.

Nichts kann vor Raupen besser schützen als Oktobereis in den Pfützen.

Bleibt’s Laub am Ast,
viel Ungeziefer zu fürchten hast.

November
Ist
das Brustbein der Martinsgangs weiß, so wird der Winter streng, ist es
braun, soll es mehr Schnee als Kälte, ist es weiß, mehr Kälte als Schnee
bedeuten. Das erinnert nun doch sehr an die Tierorakel antiker Zeiten, 
als man aus der Beschau von Innereien der Tiere auf das kommende Wetter
und die Ernte schloss.

Lässt der November die Füchse bellen, wird der Winter viel Schnee bestellen.

Kathrein tut die Schafe rein. Denn: Novemberwind scheut Schaf und Rind.

Tummelt sich im November die Haselmaus, bleibt der Winter noch sehr lange aus.

 


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