Bauernregel für September

Bauerregeln gehen meist von mittelfristigen Wettervorhersagen aus, teils lustig, teils in Reimform, oft fixiert auf bestimmte Tage des Monats. Erst im 20. Jahrhundert beschäftigte man sich intensiver damit und mußte feststellen, dass viele dieser Regeln auch heute noch zutreffen. So auch im Monat September:

Gib auf Ägidien (1.9.) wohl acht, es sagt dir, was der Monat macht.
Wer Korn schon um Ägidi (1.9.) sät, nächstes Jahr viel Frucht abmäht.
Sitzen die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel. 
Zu Sankt Veit (15. Juni) geht’s auf die Weid, Sankt Rosal (4.9.) treibt’s Vieh ins Tal.
Sankt Mang (6.9.) schlägt Kraut von der Stang.
Wie das Wetter am Magnustag  (6.9.) so es vier Wochen bleiben mag.
Ist Sankt Regina (7.9.) lange wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig.
Am Tage Mariä Geburt (8.9.), ziehen die Schwalben furt. Bleiben sie aber da, ist der Winter noch nicht nah.
Ist Gorgon (9.9.) schön, bleibt’s noch sechs Wochen schön. 
Regnet es am Sankt Gorgons Tag (9.9.), geht dir Ernte verloren bis auf den Sack.
Wenn’s an Portus (11.9.) nicht nässt, ein dürrer Herbst sich sehen lässt.
An Mariä Namen (12.9.), sagt der Sommer Amen.
Ist es hell am Kreuzerhöhungstag (14.9.), so folgt ein strenger Winter nach.
St. Ludmilla (16.9.), das fromme Kind, bringt gern Regen und Wind.
An Sankt Cyprian (16.9.) zieht man oft schon Handschuh’ an. 
Auf Lambert (17.9.) hell und klar, folgt ein trocken Jahr. Anmerkung: Gemeint ist der Sankt Lambert von Lüttich.
Tritt Matthäus ( 21.9.) stürmisch ein, wird’s bis Ostern Winter sein. 
Wenn Matthäus (21.9.) weint statt lacht, Essig aus dem Wein er macht.
Friert es auf Virgilius (24.9.), im Märzen Kälte kommen muss. 
Nebelt’s an St. Kleophas (25.9.), wird der ganze Winter nass.
Sankt Kosmas und Sankt Damian (26.9.) fängt das Laub zu färben an.
Wenn Hiltrud (27.9.) im Kalender steht, wird noch einmal das Gras gemäht.
Kommt Wenzeslaus (28.9.) mit Regen an, werden wir Nüsse bis Weihnachten ha'n.
Fallen die Eicheln vor Michaeli  (29.9.) ab, so steigt der Sommer früh ins Grab.
Kommt der Michel (29.9.) heiter und schön, wird’s vier Wochen weitergehen.
Ist der September lind, wird der Winter ein Kind.
Wenn im September viel Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.
Im September viel Schleh, im Winter viel Schnee.
Sind im September noch viele Fliegen an der Wand, so hält die Sonne dem Froste stand.
Frische Septemberluft, den Jäger zum Jagen ruft.
Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.


Trockner, warmer Septembermond den Bauern mit vielen Früchten belohnt.

Septembers heitrer Blick guckt nochmal in den Mai zurück.

Septemberdonner prophezeit viel Schnee zur Weihnachtszeit.

Bleiben Schwalben noch ganz lange, hat der Bauern vor dem Winter keine Bange.

Gibts im September große Ameisenhügel, strafft der Winter schon seine Zügel.

Schöner September in den erstsen Tagen, kann den ganzen Herbst ansagen.

Bauern mit Septembergewittern wird im Winter vor Kälte zittern.

September warm und klar verheißt ein gutes nächstes Jahr.

Wird der September lind, wird auch der Winter nur ein Kind.

Am Septemberregen ist den Bauern viel gelegen.

Donnerts im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.

Zu Mariä Geburt (8.9.) gesät, ist nicht zu früh und nicht zu spät.

Feiner Septemberregen kommt dem Bauer gelegen.

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich`s Wetter oder `s bleibt wie`s ist.

Bei besonders schwülen Tagen, werden Bremsen dir zur Plage.

Kartoffelknollen groß und dick sind des dümmsten Bauern Glück.

Der September ist der Mai des Herbstes.